Du stehst vor dem Computer, die Bewerbungsmappe ist fast fertig. Doch dann kommt diese eine Stelle, die dich immer wieder stoppt: Die persönliche Nachricht zur Bewerbung. Was soll ich da schreiben? Muss ich das überhaupt? Und wenn ja, wie schaffe ich es, in diesen wenigen Zeilen wirklich herauszustechen, ohne plump oder aufdringlich zu wirken? Das ist eine Situation, die kenne ich gut. Viele Bewerber fühlen sich unsicher, ob sie mit einer direkten, persönlichen Nachricht im digitalen Zeitalter überhaupt punkten können. Lass uns das ganz ruhig angehen. Dein Ziel ist es, beim Empfänger einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen, der über die reinen Fakten deines Lebenslaufs hinausgeht.
Was ist die persönliche Nachricht bei einer Bewerbung überhaupt?
Manchmal wird sie Anschreiben genannt, manchmal ist es nur ein kurzes Textfeld im Online-Bewerbungsportal. Die Rede ist von der Möglichkeit, dem Personalverantwortlichen direkt und unkompliziert ein paar Worte mehr mitzuteilen. Es ist deine Chance, sofort zu signalisieren: Ich habe diese Stelle wirklich verstanden, und ich passe dazu.
Stell dir vor, du betrittst einen Raum. Dein Lebenslauf ist wie dein formelles Outfit – sauber und gut organisiert. Die persönliche Nachricht ist der erste Satz, den du sagst, bevor das eigentliche Gespräch beginnt. Dieser Satz muss sitzen.
Der Unterschied zum klassischen Anschreiben
Das Anschreiben ist oft länger, strukturierter und geht detaillierter auf die Anforderungen der Stelle ein. Die persönliche Nachricht, besonders im Online-Kontext, ist kürzer. Sie ist prägnant. Sie beantwortet im Kern die Frage: Warum schreibe ich dir *jetzt* genau diese Nachricht?
Wenn du dich bewirbst und ein Feld für eine „Kurzbotschaft“ oder „Bemerkungen“ findest, nutze es. Viele Unternehmen sehen das als Test. Zeigst du hier schon Initiative und Sorgfalt, sammelst du erste Pluspunkte. Es geht darum, die Aufmerksamkeit zu erregen, bevor die E-Mail überhaupt geöffnet wird, oder den ersten Klick auf deinen vollständigen Unterlagen zu rechtfertigen.
Wann macht die persönliche Nachricht Sinn und wann nicht?
Nicht jede Bewerbung verlangt danach, aber in vielen Situationen ist sie Gold wert. Überlege, wann du eine besondere Wirkung erzielen möchtest. Hier sind typische Situationen, in denen du die Gelegenheit nutzen solltest, eine individuelle Nachricht zu hinterlassen.
- Bei Initiativbewerbungen: Wenn es keine konkrete Stelle gibt, musst du den Grund für deine Kontaktaufnahme sofort liefern.
- Bei sehr spezifischen oder neuen Stellen: Wenn du weißt, dass du vielleicht nicht 100 % der Anforderungen erfüllst, aber deine Motivation riesig ist.
- Wenn die Firma bekannt ist: Wenn du ein großer Fan der Produkte oder der Unternehmenskultur bist. Hier zeigst du wahre Begeisterung.
- Wenn du durch Empfehlung kommst: Wenn du von jemandem aus der Firma empfohlen wurdest, nenne diese Person kurz und bündig.
Wann du vorsichtig sein solltest? Wenn die Bewerbungsmaske klar vorgibt, dass nur der Lebenslauf hochgeladen werden soll und kein separates Feld existiert. Dann halte dich an die Vorgaben. Respektiere die Prozesse des Unternehmens.
VIDEO: Top 10 Einleitungsstze fr das Anschreiben | Bewerbungstipps 2024
Deine Zweifel sind berechtigt
Du fragst dich vielleicht: „Verlängere ich damit nur das Durchklicken für den Recruiter?“ Ja, das kann passieren, wenn du abschweifst. Aber wenn du den Punkt triffst, sparst du dem Leser Zeit. Du lieferst ihm den „Hook“, den Aufhänger, der ihn dazu bringt, deine Unterlagen genauer anzusehen. Der Schlüssel liegt in der Kürze und Relevanz deiner Bewerbung persönliche nachricht.
Schritt-für-Schritt: Deine perfekte Nachricht formulieren
Lass uns jetzt konkret werden. Wir bauen deine Botschaft in drei einfache Schritte auf. Halte dich an dieses Muster, dann vermeidest du typische Fehler und schreibst eine zielgerichtete Nachricht.
Schritt 1: Die direkte Anrede und der Grund
Gehe sofort auf den Punkt. Du brauchst keine langen Einleitungen, die das Anschreiben nachahmen. Sage, wer du bist und warum du dich meldest.
Beispiel-Start: „Sehr geehrte/r Herr/Frau [Name, falls bekannt], ich bewerbe mich mit großem Interesse auf die Stelle als [Jobtitel].“
Wenn der Name unbekannt ist, nutze „Sehr geehrte Damen und Herren“ oder versuche, über LinkedIn den richtigen Ansprechpartner herauszufinden. Eine persönliche Anrede ist immer besser.
Schritt 2: Der Mehrwert – Warum du und diese Stelle?
Das ist der wichtigste Teil. Wähle *eine* Fähigkeit oder *einen* Erfolg, der perfekt zur Stellenausschreibung passt. Keine lange Liste. Wähle das Highlight.
Angenommen, die Stelle erfordert starkes Projektmanagement. Du schreibst nicht: „Ich bin gut im Management.“ Du sagst: „In den letzten drei Jahren habe ich bei Projekt X die Effizienz um 20 % gesteigert, eine Fähigkeit, die ich direkt bei der Optimierung Ihrer internen Prozesse einsetzen möchte.“ Diese Spezifität ist der Kernpunkt, um deine persönliche Nachricht in einer Bewerbung wirkungsvoll zu gestalten.
Hier geht es um die Verbindung zwischen deinem Können und dem Bedarf des Unternehmens. Denke an konkrete Zahlen oder Ergebnisse, wenn du sie hast. Das macht deine Bewerbung persönliche nachricht stark.
Empfohlene Lektüre
Ausgewählte Artikel und Quellen über Bewerbung: Persönliche Nachricht optimal gestalten – zu deiner Orientierung.
- Lebenslauf Online Editor | Mit vielen Vorlagen & als PDF | XING
- Lebenslauf optimieren: 10 effektive Tipps für eine TOP-Bewerbung
Schritt 3: Der Ausblick und die Verabschiedung
Schließe mit einem klaren Call-to-Action (Handlungsaufforderung), aber ohne Druck. Zeige deine Vorfreude auf den nächsten Schritt.
Beispiel-Ende: „Meine vollständigen Unterlagen finden Sie im Anhang. Ich freue mich sehr darauf, meine Ideen für [konkretes Projekt/Abteilung] in einem persönlichen Gespräch zu vertiefen. Mit freundlichen Grüßen,“ Weitere Tipps zur Formulierung der Nachricht bei Online-Bewerbung finden Sie hier.
Achte darauf, dass deine Verabschiedung kurz und professionell bleibt. Keine unnötigen Floskeln.
Häufige Fallen bei der digitalen Bewerbungsnachricht
Viele gute Absichten scheitern an Kleinigkeiten. Achte darauf, diese Stolpersteine zu vermeiden, wenn du deine Bewerbung persönliche nachricht verschickst.
Zu viel Text
Wenn deine Nachricht länger ist als vier bis fünf Sätze, wird sie oft überflogen oder gar nicht erst gelesen. Recruiter haben wenig Zeit. Halte dich kurz. Die ausführliche Erklärung gehört ins Anschreiben oder ins Gespräch.
Unpersönliche Formulierungen
Vermeide Sätze wie: „Hiermit sende ich Ihnen meine Unterlagen zur Prüfung zu.“ Das klingt nach einem Formular, nicht nach einem Menschen. Sprich den Empfänger an und zeige echtes Interesse am Unternehmen und der Rolle.
Rechtschreib- und Grammatikfehler
Das ist ein absolutes No-Go. Gerade in einer so kurzen Nachricht fallen Fehler sofort negativ auf. Lies die Nachricht dreimal Korrektur. Lass sie, wenn möglich, jemanden gegenlesen. Fehler in der Bewerbung persönliche nachricht wirken schnell nachlässig.
Was, wenn ich keine Ahnung habe, an wen ich schreibe?
Diese Situation ist häufig, besonders bei großen Konzernen. Dein Ziel ist es, die Standard-Anrede zu umgehen, wenn es geht. Recherchiere kurz auf der Karriereseite oder bei LinkedIn, wer für die Abteilung zuständig ist. Wenn das nicht klappt, bleib bei der formalen, aber höflichen Anrede.
Wenn du den Namen nicht herausfindest, vermeide „Sehr geehrte Damen und Herren“. Versuche es stattdessen mit der Abteilung. Zum Beispiel: „Sehr geehrtes Recruiting-Team der Marketingabteilung“ oder „Guten Tag, zuständige Fachabteilung“, wenn es im Portal erlaubt ist.
Manchmal ist es auch erlaubt, eine kurze Nachricht zu hinterlassen, die den Fokus auf das beigefügte Anschreiben legt. Zum Beispiel: „Alle Details zu meiner Qualifikation entnehmen Sie bitte meinem beigefügten Anschreiben. Ich freue mich auf Feedback!“ Das signalisiert Professionalität und Respekt vor dem Prozess.
Häufig gestellte fragen
muss ich immer eine persönliche nachricht schreiben?
Nein, das musst du nicht zwingend. Es ist immer eine Option, um herauszustechen, aber nur, wenn du sie gezielt und kurz hältst. Wenn das Bewerbungssystem keine Option dafür bietet oder du wenig Zeit hast, konzentriere dich darauf, dass dein Lebenslauf perfekt ist.
wie lang darf diese nachricht maximal sein?
Halte dich an maximal drei bis vier Sätze, das sind etwa 50 bis 70 Wörter. Sie muss schnell lesbar sein. Jede Zeile muss einen Zweck erfüllen und dich positiv hervorheben. Länger wird es schnell unübersichtlich.
soll ich in der nachricht auf mein gehalt eingehen?
Nein, das gehört normalerweise nicht in diese erste, kurze Nachricht. Dein Ziel ist es, Interesse für das erste Gespräch zu wecken. Gehaltsvorstellungen sind Thema für das spätere Gespräch oder werden erst auf explizite Nachfrage im Anschreiben genannt. Halte die erste Nachricht leicht und fokussiert auf deine Eignung.










